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Tag der Lilienthal am 24.09.2017

Tag der Lilienthaler – Fahrradtour durch einen geschichtsträchtigen und aktiven Ortsteil

Selten habe ich eine so interessante Fahrradtour erlebt. Ein Höhepunkt des Tages der Lilienthaler 2017 und auch dem Dorffest der St. Jürgener auf der Höge in Frankenburg war eine knapp 2-stündige geführte Fahrradtour durch den Ortsteil, organisiert und gut gelaunt durchgeführt von Anne Hinz. Sie hat sich gemeinsam mit anderen Engagierten eine schöne Strecke durch St. Jürgen mit einigen nicht alltäglichen, aber geschichtsträchtigen Begegnungen ausgedacht und mit viel Elan und Unternehmungsgeist angeführt.

Wir starteten auf der Höge und Anne Hinz führte uns auf einem schönen Weg durch die Felder bis zum Hof von Familie Meierdirks an der K8. Dort begrüßten uns Carsten und Karen Meierdirks, die vor knapp 4 Jahren die Heidelbeerplantage von ihren Nachbarn Familie Wöltje übernahmen. Seitdem pflegen und vergrößern sie die Plantage mit viel Fleiß und Hingabe. Neben den Bickbeern (so auch der Name ihrer Homepage) ist auch noch ein großes Feld mit Himbeersträuchern dazugekommen. Auch das alte Konzept der Wöltjes haben Sie übernommen: natürlich (fast) alles zum selberpflücken. Leider ist die Saison 2017 schon zu Ende, sonst hätten wir uns bestimmt leckeres Reiseproviant pflücken dürfen.

Die Strecke bis zur nächsten Haltestation war aber auch Proviant gut zu schaffen: ungefähr 2 Höfe weiter. An der großen und schönen Sporthalle des TSV St. Jürgen begrüßte uns ein strahlender Sören Weiland, engagiertes Mitglied und Trainer im Sportverein. Wir erfuhren über die lange und aktive Geschichte des TSV St. Jürgen, durften einen Blick in die weite und helle Sporthalle werfen und wurden dann mit Muffins und Getränken für die Weiterfahrt gestärkt. Vielen Dank dafür!

Unmittelbare Nachbarin des TSV ist die Freiwillige Feuerwehr St. Jürgen. Ein aktives Mitglied der Feuerwehr zeigte uns den kolossalen Neubau des Feuerwehrhauses, dessen zukünftiger Bewohner, das Löschgruppenfahrzeug LF 10 damit ein neues Zuhause bekommt (der Wagen stand derweil auf dem Festplatz auf der Höge und begeisterte nicht nur die kleinen, neugierigen und zukünftigen Feuerwehrleute). In die Umbaumaßnahmen gehören auch die neuen Umkleideräume der Feuerwehrleute: einen großen für die Männer, einen kleinen für die Frauen. Dieser Unterschied machte uns Besuchern doch deutlich, dass das Geschlechterverhältnis bei der Feuerwehr (noch?) nicht ganz ausgeglichen ist…

Auch die Jugendfeuerwehr hat nun einen eigenen, großen Raum im Obergeschoss des Gebäudes bekommen.

Weiter geht’s zum Hof von Herbert Meyer, dem ehemaligem deutschen Springreiter und Bundestrainer der deutschen Springreiter. Leider war er persönlich nicht anwesend, Anne Hinz aber führte uns in Leben und Hof dieses erfolgreichen St. Jürgeners ein. Der Hof ist wunderschön, die Pferde steckten neugierig ihre Köpfe aus den Boxen und auf dem Platz standen verschiedenartigste Hürden. Wenn man in Lilienthal lebt und noch nicht reitet, dann packt einen hier die Lust dazu.

Vor dem Gebäude der Grundschule Frankenburg-St. Jürgen erzählt uns Horst Beiermann, seit Jahrzehnten aktives Mitglied beim TSV St. Jürgen und auch Gründungsmitglied des Arbeitskreis Zukunft St. Jürgen, von der momentanen Situation St. Jürgens. Die Schulschließung hat den Ortsteil vor vielfältige Probleme gestellt. Der Zusammenhalt der Bewohner, den die Schule auf natürliche Weise hergestellt hatte, wird durch verstärkte Aktionen des Sportvereins und andere gemeinsame Aktivitäten versucht aufzufangen. Demografischer Wandel und Abwanderung junger Familien hängen bedrohlich über dem Ort. Der Arbeitskreis bemüht sich u.a. um eine Anbindung des Ortsteils an den Streckenverlauf des 670er Busses und um eine ärztliche Sprechstunde einmal in der Woche. Alles nicht einfach, aber der Einsatz zeigt das große Interesse der Ortsteilbewohner, sich nicht abhängen zu lassen. Viel Glück!

Während wir so vor dem Schulgebäude stehen und Horst Beiermann gebannt lauschen, gehen etliche St. Jürgener im Gebäude ein und aus. Heute ist hier das Wahllokal. So viele Besucher hat die Schule in den letzten Monaten selten gesehen.

Unsere letzte Station bevor es wieder zur Höge zurückgeht, ist die alte Mühle von Wilhelm Fehsenfeld. Mühle und Beruf von seinem Vater geerbt, hat Wilhelm Fehsenfeld sich mit Haut und Haar dieser Lebensaufgabe gewidmet. Mit alten gerahmten schwarz-weiß Fotografien ergänzt Wilhelm Fehsenfeld seine Lebenserinnerungen, die so reichhaltig auch von anderen Zeiten berichten; von vor Schreck ausgebüxten Pferden, die die Karren der Bauern zur Mühle ziehen sollten, von der Umstellung von Flach- auf Keilriemen, auf Elektromotor, von 100 Kilo-Säcken voller Mehl und von Mäusen… ich komme mir vor wie auf einer Zeitreise.

Vielen Dank Anne Hinz und allen Beteiligten!

Tag der Lilienthal am 24.09.2017

Mit einem bunten Programm der ortsansässigen Vereine, Institutionen und vor allem Menschen wurden allen Besuchern Spaß, Spannung, Musik, Speis & Trank und eine Menge Aktivitäten geboten. Es gab einen Flohmarkt und einige kleine aber feine Verkaufsstände....siehe 16 Fotos

Das Spielefest 2017 - eine große Gemeinschaftsveranstaltung

Am Sonntag, dem 3.9. 2017 verwandelte sich der Amtsgarten, Lilienthals attraktivster öffentlicher Platz, von 14.00 bis 18.00 Uhr wieder in eine große Spielwiese. Organisiert und durchgeführt von der Bürgerstiftung, der DLRG, dem TVL und SVLF, den Familienthalern, den Flüchtlingsinitiativen und dem Ortsjugendring sowie vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern brachte dieser Tag unter dem Dach der Engagierten Stadt große und kleine Menschen in Bewegung und Kommunikation und machte die Vielfalt und die Kreativität des bürgerschaftlichen Engagements in Lilienthal sichtbar. Die mitmachenden Organisationen konnten auf ihre Arbeit aufmerksam machen und für sich werben.

Selbst für das Wetter hatten sich die Ehrenamtlichen verbürgt, die Sonne schien und hatte hunderte kleine und große, junge und ältere Spielbegeisterte in den Amtsgarten gelockt. Ob beim Rasenski, dem Tauziehen, den Brettspielen und allen anderen Spielen auch, konnte man erfahren, wie es gemeinsam geht: gemeinsam ausprobieren, sich gegenseitig helfen und kooperieren.

Die Auswahl unter den über 50 Spielmöglichkeiten war nicht immer leicht. Sollte man die Stelzen ausprobieren, versuchen, den Dosenberg umzuwerfen, Seifenblasen machen, es wagen, auf dem Einrad zu sitzen oder an den Interaktiven Mitmachstationen aus dem Bereich der Mathematik die Lösung herauszufinden?

In der Hüpfburg war immer munteres Stimmengwirr zu hören, die Torwand vom

TV Falkenberg forderte die Jungen – und hin und wieder auch Mädchen – heraus, den Ball durch das Loch zu schießen. Immer umlagert war die Fadenspielerin, die mit ihrer Fadenschlaufe erstaunliche Dinge zauberte. Überall sausten die unter Anleitung selbstgebastelten Papierflieger über den Platz. Die Boule-Gruppe führte alle Interessierten - und davon waren etliche an diesem Nachmittag extra in den Amtsgarten gekommen - äußerst fachkundig in das Spiel ein und der TV-Lilienthal lockte mit seinen Angeboten – und dazu gehörte auch Gummitwist - zum Mitmachen.

Etwas ruhiger ging es am Tisch mit den Brettspielen zu und künstlerisch am Tisch mit dem Bemalen von Einkaufstaschen. Absoluter Renner war der Schminkstand von Kartuscha und Rahime, ohne Pause arbeiteten sie die Wünsche der in einer langen Schlange stehenden Mädchen und Jungen nach dem passenden Fantasiegesicht ab.

Es war ein Nachmittag mit einer Atmosphäre, wie es die Älteren noch aus der Zeit kennen, als Straßen Spielstraßen waren und sich die Kinder der ganzen Nachbarschaft trafen und keine Langeweile aufkam, weil ihnen die Spielideen nicht ausgingen. Und sich die Erwachsenen zum Plaudern auf Stühle und Bänke setzten und Neuigkeiten austauschten. In diesem Jahr gab es zum ersten Mal einen Getränke- und Kuchenstand. Alle Bäckereien, die in Lilienthal vertreten sind, spendeten dafür Butterkuchen und außerdem gab es noch selbstgebackenen Kuchen von vielen Helferinnen.

An diesem Nachmittag waren natürlich auch die Nachbarn dabei, die aus fernen Ländern vor einiger Zeit nach Lilienthal gekommen sind. Sie waren schon beim Transport und Aufbau der Spielgeräte und Sitzgelegenheiten dabei, ebenso wie beim Abbau – gemeinsam geht eben alles viel besser und schneller.

Die gute Stimmung und viele, viele positive Rückmeldungen machten natürlich klar, das nächste Spielefest im Amtsgarten findet 2018 statt.